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Campania Stories 2024 - tolle Weißweine und Rotweine aus Kampanien - Fokus am Taburno diesmal auf die Rebsorte Falanghina


Rotweine und Weißweine aus Kampanien zur Trinkauswahl
Weinauswahl bei den Campania Stories

Da ich mittlerweile als Spezialist für kampanische Weine zähle, konnte ich wieder für Steffen Maus von www.wein-welten.com als Journalist bei den Campania Stories teilnehmen. Dies ist immer eine ganz besondere Ehre für mich. Die Campania Stories 2024 fanden dieses Jahr in der „Tenute del Gheppio“ in Dugenta, Provinz Benevento, statt. Hierzu waren ca. 35 Journalisten aus aller Welt (z.B. China, USA, Kanada, Frankreich, Niederlande, Österreich, Großbritannien) angereist, um die Chance zu nutzen verschiedenste kampanische Weine zu verkosten. Auf der Probierliste standen diesmal exakt 290 Weine, genauer gesagt 142 Weißweine, 120 Rotweine, 20 Spumanti (Sekt) und 8 Rosé-Weine.

 

Als kleine Zusammenfassung vorab kann man sagen, dass insgesamt über alle Provinzen hinweg gesehen schon einige der bekannten Weingüter fehlten. So waren u.a. nicht vertreten: Mastroberardino, Terredora di Paolo, Salvatore Molettieri, Quintodecimo, Luigi Maffini und Galardi. Auf der anderen Seite waren aber auch etliche bekannte Größen vertreten, wie z.B. Marisa Cuomo, Feudi di San Gregorio, Michele Perillo, San Salvatore 1988, Casa d’Ambra, Villa Matilde Avallone und Fattoria La Rivolta. Da ich seit 2019 nun schon das vierte Mal teilnehmen konnte, erlaube ich mir das Urteil, dass sich das Niveau der Weine in Summe schon verbessert hat. Vielleicht bei den Weißweinen am meisten, aber auch bei den Rotweinen, wo die Spitze der Hersteller breiter geworden ist. Wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass es natürlich schwierig ist, z.B. einen jungen 4-5 Jahre alten Taurasi zu beurteilen, wo man doch weiß, dass ein Taurasi (zumeist zu 100% aus der Rebsorte Aglianico) seine Stärken erst mit 10-15 Jahren vollends zu Vorschein bringt, wenn die oftmals anfangs penetranten Tannine durch die Reifung geschliffener und viel angenehmer sind. Auch ist aufgefallen, dass sich der allgemeine Trend, mehr Sekte, mehr Rosé-Weine auch in Kampanien verfestigt. Gerade hier ist die Entwicklung besonders positiv. Es gibt viele sehr gute Sekte und auch die „Rosati“, zumeist auf Basis Aglianico oder Piedirosso, haben schon ein sehr angenehmes Niveau erreicht, das Lust auf mehr macht!


Wunderschöne Biodiversität in den Weinbergen des Sannio, mit dem Taburno im Hintergrund
Blick auf den Taburno im Sannio

Einen besonderen Fokus hatte ich diesmal auf den Weißwein Falanghina del Sannio gesetzt. Hier waren in der Degustation 23 Weine von 17 verschiedenen Weingütern vertreten. Natürlich gibt es etliche Weingüter mehr im Sannio, jedoch waren hier die bekannten Namen vertreten. Von den beiden Produktionsriesen La Guardiense (4 Mio Flaschen Wein pro Jahr) und Cantina di Solopaca (3 Mio Flaschen Wein pro Jahr) über Fattoria La Rivolta, Fontanavecchia bis Mustilli waren die großen Namen da, es fehlte eigentlich nur das von mir sehr geschätzte Weingut Torre A Oriente aus Torrecuso mit seinen beiden vorzüglichen Falanghina „Siriana“ und „Biancuzita“.

 

Vorab noch zur Rebsorte Falanghina. In Kampanien gibt es die Falanghina beneventana und die Falanghina flegrea. Beide Rebsorten sind wohl verwandt aber beileibe nicht identisch. So kommt die Falanghina flegrea im Campi Flegrei (den phlegräischen Feldern), am Vesuv, an der amalfitanischen Küste sowie auf den Inseln Ischia und Capri vor. Dagegen findet man die Falanghina beneventana zur Hauptsache natürlich im Sannio, aber auch im Irpinia und im Alto Casertano.

 

Die Weißweine Falanghina del Sannio bestehen mindestens zu 85% aus der Rebsorte Falanghina beneventana, wobei die meisten Weingüter die Weine zu 100% aus Falanghina beneventana herstellen. Es sind sehr oft blumig-fruchtige Weine, die an der Nase Gerüche von Aprikosen, reifen Pfirsichen, Mirabellen, reifen gelben Äpfeln und auch Birnen erkennen lassen. Farblich sind sie meistens grün-gelb, dazu kommt im Mund eine gut ausbalancierte Säure. Zumeist werden die Weine zu 100% in Stahlfässern ausgebaut. Aber einer der besonders guten Weine, der „Libero F Particella 190“ des Weinguts Fontanavecchia, hatte einen Anteil von 20%, der in Barriquefässern ausgebaut war. Dies gab dem Wein eine besondere, angenehme Note, nicht nur als Essensbegleiter, sondern auch als Wein, der sich durchaus als sogenannter „Meditationswein“ eignet. Weitere überzeugende Weine waren „Macére Bio“ von Torre del Pagus, die Taburno Falanghina von Elena Catalano, „Anima Lavica“ von La Guardiense sowie „Millenovecentodieci“ von Ocone 1910. Es gab auch zwei Ausreißer nach unten, wobei ich hier davon ausgehe, dass da etwas im Abfüllprozess schiefgelaufen ist, denn die Weine waren für mich ungenießbar. Probiert wurden die Jahrgänge 2023, 2022 und 2020. Dabei sorgte das Jahr 2022 für sehr üppige Weine, dagegen hatten die Weine aus dem sehr gebeutelten Jahr 2023 (schlechte Wetterbedingungen zur Blütezeit sorgten hier für einen Mengeneinbruch von über 50%) sehr viel an Finesse zu bieten.



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